Die Skulpturen tanzen – Ein wunderbares Fest

Der HVV hatte eingeladen, und viele, sehr viele, kamen, um das 30jährige Bestehen des Skulpturenparks Kettwig zu feiern.

Am Samstag, dem 26. September, war der Kunstraum in den Scheidt‘schen Hallen bis auf den letzten Platz gefüllt, als das Symposion zur „Kunst im öffentlichen Raum“ vom Vorsitzenden Martin Kryl und dem Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann eröffnet wurde.

Im Eingangsreferat beschrieb Dr. Uwe Rüth, langjähriger Direktor des Skulpturenmuseums „Glaskasten“ in Marl, die Funktion von Kunst im öffentlichen Raum im Laufe der Zeiten, angefangen von der Agorá, dem Marktplatz der alten Griechen, bis hin zu Entwicklungen unserer Zeit. Kunst diente in jüngerer Zeit nicht mehr der Verherrlichung von Herrschaft. So hatte die „Kunst am Bau“ zu Anfang des 20. Jahrhunderts die Funktion von Sozialhilfe für Künstler. Der Begriff wurde in der Nazizeit zur Verherrlichung des Systems missbraucht. Kunst ist mittlerweile frei. Sie wird nicht mehr als Dienstleistung empfunden. Sie kann vielerlei sein: Identifikation stiftend, narrativ (erzählend), provokativ. Neue Formen sind entstanden: Street Art, Graffiti, „Urban Knitting“ (Strick-Kunst) von Objekten.

Im anschließenden Podiumsgespräch wurde gefragt, wieviel Kunst im öffentlichen Raum das Stadtgebiet von Essen braucht oder verträgt. Kunst müsse auch „wegräumbar“ sein, muss aber auch gepflegt werden. Eine bessere Vernetzung der Beteiligten sei wichtig. Das Museum Folkwang solle sich für die Kunst im öffentlichen Raum engagieren!

Nach angeregter Diskussion in vier Arbeitskreisen und nach einem leckeren Buffet, gesponsert von der Grundstücks-gesellschaft Kettwig, gab es einen spannenden Schlussakkord:

Die örtlichen Künstler, Norbert Pielsticker, Hubert Sandmann und Miriam Giessler stellten ihren Entwurf einer neuen Skulptur für Kettwig vor. Norbert Pielsticker hat ein „Tuch für Kettwig“ entworfen, ein locker fallendes, fast schwebendes Objekt. Er hat dazu als Standort einen Platz vor der ehemaligen Tuchfabrik am „Unterwasser“ ausgewählt. Hubert Sandmann und Miriam Giessler haben ein Leuchtobjekt geschaffen: auf einem blau leuchtenden Kubus streben zwei Fische in die Höhe. Sie werden durch einen golden schimmernden Ring verbunden. „Fisch vermählt“ ist der Titel dieser Skulptur, die symbolhaft ein Thema von der Ruhr aufnimmt. Geplanter Standort: Carré rechts am südlichen Ende der Ruhrbrücke. .- Beide Künstlerentwürfe sind ab sofort im Kunstfenster des HVV zu sehen. Wir freuen uns auf eine rege Diskussion.

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