Grusswort von Brigitte Scherg

Was ist eine Skulptur?

Der Begriff „Skulptur“ steht für einen Teil der bildenden Künste und zählt zur Bildhauerei. Skulpturen stehen entweder in Museen oder an öffentlichen Plätzen, wo sie für jeden zugänglich sind.

Das Wort „Skulptur“ stammt aus dem Lateinischen „sculptura“ und das Verb „sculpere“ bezeichnet schnitzen oder meißeln, also „das Gemeißelte“.

Was unterscheidet die Skulptur von der Plastik?

Auf den ersten Blick fällt es schwer, den Unterschied zwischen Plastik und Skulptur zu erkennen, da beide dreidimensionale Gebilde sind und sowohl abstrakt als auch realistisch sein können.

Der Unterschied ist einfach: Eine Plastik wird in einem additiven Verfahren geschaffen. Das bedeutet, dass sie aus bestimmten Materialien geformt, sozusagen zusammengesetzt wird. Der Werkstoff, das Material, ist auf gewisse Weise immer geformt.

Im Gegensatz dazu wird eine Skulptur aus einem bereits bestehenden Material heraus-gearbeitet. Durch Abtragen, Ausstechen, Aushöhlen, Schnitzen, Schneiden oder Meißeln wird einer Form etwas weggenommen, aber nicht hinzugefügt. Eine Skulptur ist demnach aus einem Stück entstanden.

Skulpturen und die Gesellschaft

Menschen sind Tag für Tag von dreidimensionalen Objekten umgeben, ohne ihnen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Man muss ein Auge für sie bekommen.

Nur ab und zu, wenn wieder einmal Geld für ein dreidimensionales Gebilde von der Kommune investiert wird, um einen Platz, eine Fassade oder einen Park zu verschönern, empören sich kurzfristig die Gemüter. Dabei geht es vorwiegend um die nicht einsehbare Dringlichkeit eines solchen Objekts. Gewiss lässt sich auch über Kunst und Geschmack streiten.

Das Kunstwerk im öffentlichen Raum bietet uns aber die Möglichkeit – im Gegensatz zu Kunstwerken in Museen – in direkten Kontakt mit ihm zu treten und es „taktil und auditiv“ wahrzunehmen. Skulpturen regen die Fantasie an, stärken die Wahrnehmungsfähigkeit und schenken uns die Möglichkeit, Kunst mit allen Sinnen zu erleben.

Kunst ist nicht Selbstzweck, sondern tritt mit dem Betrachter in Kommunikation. Es liegt an uns, dieses Angebot anzunehmen.

Der Skulpturenpark in Kettwig

Er ist als öffentliche Kunstsammlung in einem Essener Stadtteil etwas Besonderes. Er beschränkt sich nicht auf eine Grünfläche, nein, der Kettwiger Skulpturenpark überrascht mit Standorten auf kleinen und größeren Plätzen, zieht sich vom Bürgerzentrum Alter Bahnhof durch die Altstadt hin bis zum Stausee.

Manchmal ist ein zweiter oder dritter Blick nötig, um Verblüffendes und Ungewöhnliches zu entdecken.

Er ist ein unverwechselbares Merkmal Kettwigs. Seine Geschichte begann im Jahre 1983:

„Kunst im öffentlichen Raum fehlt in Kettwig“ stellte die Künstlerin Marianne Kühn fest, „zeitgenössische Kunst, die zur Auseinandersetzung herausfordert!“ Sie regte die Aufstellung von Skulpturen an und überzeugte den Heimat- und Verkehrsverein, der seinerseits die Trägerschaft für dieses neue Projekt übernahm.

Das Museum Folkwang – zuständig für künstlerische Qualität- und die örtliche Bezirksvertretung IX Kettwig-Werden-Bredeney gaben ihre Zustimmung. So konnte 1985 die erste Skulpturengruppe auf dem Bürgermeister- Fiedler-Platz aufgestellt werden.

Bis zum Jahr 2013 ist der Skulpturenpark in der Altstadt und beiderseits des Stausees auf 14 Objekte angewachsen.

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